Unmögliches.

06Jun07

Mir ist gerade das unmöglichste passiert. Ich hatte Durst. Und weil ich Durst hatte, habe ich eben logischerweise eine Saftverpackungsdings aufgemacht. Diese großen Tetra Pack Dinger, mit so 1,5 Liter an Saft drinnen. Also ich hab natürlich erstmal versucht es aufzumachen. Denn da ist doch oben immer erst dieser Verschluss zum aufdrehen. Kein Problem im Normalfall, diese Mal auch nicht. Ich mach also diesen Drehverschluss auf, war wie gesagt gar kein Problem. Dann ist da aber auch noch immer diese Abdeckung draufgeklebt, die ist doch meist aus diesem Silberpapierzeugs. Die muss man ja immer mit nem guten Ruck abziehen, wodurch immer und wirklich immer durch die Wucht – physikalisch gesehen einige Kraftvektoren, das möcht ich jetzt nicht näher erläutern – der erste Teil Saft verschüttet wird. Der Teil, den man entweder abwischen muss oder ablecken.
Schlaue Menschen machen den Saft über dem Waschbecken auf, noch schlauere Menschen kaufen sich solche Safttüten gar nicht, sondern Flaschen…und bekommen dann den Verschluss nicht auf. Die schlauesten Menschen hingegen drinken einfach gar nichts mehr.

Wenn jetzt also dieser erste Teil des Saftes verschüttet wird, dann ist es ein Naturgesetz, gar ein Naturdogma, dass es immer dahin fliegt, wo man es am wenigsten brauchen kann (das Zeugnis, der unbezahlbare Mahagonitisch oder die Erstauflage der Bibel – solche Sachen hat man immer genau dann da); oder/und dorthin wo man ganz schlecht mit einem Lappen oder der Zunge hinkommt.
Möchte man jetzt meinen, dass die Saftindustrie diesen Teil des Saftes einfach einsparen würde um Kosten zu sparen oder gar bessere Safttüten produzieren liese, dann meint man das aber ganz alleine. Hinter der Saftindustrie steht, im Dunklen verborgen, die Putzlappen-, Mundhygiene- und Zahnarztindustrie, die sowas natürlich energisch verhindern. Nicht hinter der Saftindustrie steht die eigentliche Saftindustrie, die steht lustigerweise wiederum hinter der Salzgebäckindustrie, hinter der ebenfalls die Zahnarztindustrie steht, die wiederrum von gleichen Teilen von der Mundhygiene- und der Autoindustrie kontrolliert wird.
Wodurch sich bei Treffen der Saftindustrieverantwortlichen schlaue Hostessen einen Scherz erlauben und die Vertreter der Mundhygieneindustrie doppelt begrüßen und ihnen das doppelte Essen bringen. Lustig.

Um aber nochmal auf das Unmögliche von vorhin und dem fliegenden Saftteil zu kommen. Genau als ich natürlich den Silberpapierähnlichensicherheitsverschluss, der den springenden Saft von der Außenwelt trennt, abreiße, gebe ich der Safttüte den unumgänglichen Kraftruck.
Der Saft, nur darauf lauernd endlich rauszudürfen und mir die übliche Zungenarbeit aufzulegen, sprang natürlich direkt nach der Öffnung aus dem Saft heraus. Ich, erschrocken wie immer (daran gewöhn ich mich einfach nie) schaue dem in die Luft springenden Saft hinterher, verliere ihn allerdings direkt danach aus den Augen.
Das geht immer wahnsinnig schnell. Eigentlich so schnell, dass man das Gefühl hat, dass der Saft die Strecke aus dem Saft hin zum Ziel praktisch ohne Zeitverlust überwindet. Meine These ist, dass der Saft bevor er überhaupt losspringt schon am Ziel angekommen ist und dem Auge nur eine Illusion hinterlässt, dass er jetzt eben losspringt. Wissenschaftlich abgesichert ist das nicht, es wird aber daran geforscht. Dank der EU.

Der Saft fliegt also. Ich seh ihn nicht mehr bzw. sah es nicht nötig dem Saft zuzusehen. Und dann, dann war auf einmal nichts. Ich hab geschaut und gesucht, immer mit raushängender Zunge, aber es war nichts zu finden. Kein Pfützchen reinsten Saftes. Ich durchwühlte einmal das ganze Zimmer, zweimal. Selbst im hintersten Eck war nix zu finden. Dann denk ich mir, das Ganze ist die Mühe eh nicht wert. Setz mich hin, blick in das neben den Saft von mir bereitgestellte Glas und sehe den Saft. Er ist direkt aus der Safttüte in das Glas gesprungen! Ohne auch nur einen Tropfen zu verschütten. Ich hätte es niemals so gut hinbekommen. Unmöglich eben.

Als ich den Saft fragen wollte, warum er seine Gesetze missachte und überhaupt so unverschämt zu meiner Zunge wäre, da fiel mir auf, dass die Safttüte bereits ausgetrunken, schön zusammengefaltet im Müll lag. Vor dem Haus. Tja, schade.

2 Responses to “Unmögliches.”

  1. Happy Birthday, Bastl 😀

  2. Alles Gute, Junge!

  1. No Comments

Leave a Reply


kleines und großes über
mich. und simon.

blogroll.

kategorien

  • Apple. Macbook
  • der neue.
  • Drehbuch des Lebens.
  • Filme und ich.
  • Gejodel.
  • Getextetes.
  • Mein. Blickwinkel.
  • Netpop.
  • Projekt "Namenlos"

neueste kommentare